ÖV Tour ab Zweisimmen, einige HM mit der Rinderberg Bahn, ev. auch Horneggli.
Mit Magicpass gratis Bahn, oder zwei Fahrten zahlen.
Etwas Kondition brauchen wir trotzdem...
Mission Rinderberg – drei Mountainbiker, ein SAC-Profi und die vergebliche Suche nach dem Vulkan
Mission Rinderberg – drei Mountainbiker, ein SAC-Profi und die vergebliche Suche nach dem Vulkan
((Lead))
Manche suchen den perfekten Trail. Andere die sportliche Herausforderung. Wir suchten – aus bis heute ungeklärten Gründen – einen Vulkan. Gefunden haben wir stattdessen spektakuläre Singletrails, schweisstreibende Schiebepassagen, eine Jodelstubete und die Erkenntnis, dass Mountainbiken manchmal auch bedeutet, das Bike liebevoll spazieren zu führen.
((Text))
09.00 Uhr, Bahnhof Zweisimmen. Drei Männer stehen bereit. Urs, SAC-Mountainbikeleiter Hansruedi und der Schreibende. Die Stimmung ist ausgezeichnet, die Beine noch frisch und der Optimismus beneidenswert gross. Niemand ahnt zu diesem Zeitpunkt, dass wir unsere Mountainbikes später häufiger schieben würden, als es die Werbebilder der Velofirmen vermuten lassen. Nur wenige Minuten später schweben unsere Bikes bereits an der Gondel Richtung Rinderberg. Ein herrlicher Moment. Endlich einmal erledigt jemand anders die Höhenmeter. Oben angekommen beginnt Hansruedi mit dem Sicherheitscheck. Bremsen werden geprüft, die Federung kontrolliert und letzte Tipps verteilt. Spätestens jetzt wird klar: Unser Tourenleiter weiss nicht nur, wo es langgeht – er erkennt vermutlich schon am Geräusch einer Federgabel, wann sie zum letzten Mal Luft gesehen hat. Die erste Überraschung lässt nicht lange auf sich warten. Der Weg führt zunächst nicht hinunter, sondern hinauf. Also Schultern tief, Bike schieben und über den Grat marschieren. Zum Glück dauert der Aufstieg nur wenige Minuten. Oben angekommen verschlägt uns die Aussicht beinahe den Atem. Oder war es doch der Aufstieg? Vermutlich eine Mischung aus beidem. Während wir den Blick über das Berner Oberland schweifen lassen, halten wir Ausschau nach dem angekündigten Vulkan. Leider erfolglos. Wahrscheinlich hat er sich hinter dem Wildstrubel versteckt oder kurzfristig Ferien eingezogen. Dann beginnt endlich die erste Abfahrt. Bereits nach wenigen Metern wird klar, weshalb Hansruedi so genau auf unsere Bremsen geachtet hat. Der Trail ist steinig, wurzelig und stellenweise ausgesprochen anspruchsvoll. Mehrmals steigen wir ab und schieben die Bikes vorsichtig über knifflige Passagen. Erst später erfahren wir, dass einzelne Abschnitte dem Schwierigkeitsgrad S3 entsprechen. Mit diesem Wissen fühlen sich unsere Schiebepassagen plötzlich erstaunlich professionell an. Nach den ersten Herausforderungen erreichen wir die Hornfluh. Dort erwartet uns etwas, womit wirklich niemand gerechnet hat: Radio Berner Oberland veranstaltet eine Stubete. Zwischen Jodelgesang, fröhlichen Gesprächen und bester Stimmung geniessen wir Kaffee und eine kleine Stärkung. Wo sonst erlebt man an einem einzigen Tag technische Trails und musikalische Höhenflüge? Gestärkt rollen wir weiter. Der Blumenweg macht seinem Namen alle Ehre, bevor am Horneggli der nächste Trail beginnt. Es folgt genau das, weshalb Mountainbiker das Berner Oberland lieben: schmale Singletrails, steinige Passagen, Wurzeln, Wiesen, Waldstücke und immer wieder kleine Herausforderungen, die Konzentration verlangen. Jeder gelungene Abschnitt fühlt sich wie ein kleiner Sieg an. Weil der Fahrspass kaum zu übertreffen ist, gönnen wir uns die Strecke gleich ein zweites Mal. Dazwischen gibt es einen gemütlichen Lunch auf einer Wiese mit unseren mitgebrachten Sandwiches. Später diskutieren wir bei einem weiteren Kaffee das Nachmittagsprogramm. Die Suche nach dem Vulkan wird offiziell eingestellt – die Chancen erscheinen inzwischen verschwindend klein. Am Nachmittag führt uns die Tour erneut über die Hornfluh. Anschliessend rollen wir auf wunderschönen Wegen vorbei am Parwengesattel und Rüwliseeli, durch saftige Alpweiden und über abwechslungsreiche Naturstrassen talabwärts. Es sind genau diese Momente, in denen man das Tempo automatisch reduziert – nicht aus Angst, sondern weil man die Landschaft möglichst lange geniessen möchte. Schliesslich heisst es Abschied nehmen. Hansruedi fährt zurück nach Zweisimmen, Urs und der Schreibende nehmen Kurs auf St. Stephan.
Was bleibt?
Ein Tag voller Bewegung, Natur, Lacher und neuer Erfahrungen auf dem Mountainbike. Wir haben viel über Fahrtechnik gelernt, einige persönliche Komfortzonen erweitert und grossen Respekt vor den Könnern entwickelt, die S3-Trails scheinbar mühelos bewältigen.
Den Vulkan haben wir zwar nicht gefunden. Dafür etwas viel Wertvolleres: einen dieser Tage, über die man noch lange spricht.
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